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Wirkungen von Strahlen durch Ultraviolett Erythema*) Lampen auf Lernfähigkeit
von Schulkindern.
Lichteinflüsse auf Sehen, Gesundheit, Leistung und Wohlbefinden
und biologische Vorgänge
Die biologische Tätigkeit von Ultraviolett-Strahlen wurde eingehend
geprüft und ihre positive Wirkung auf den menschlichen Organismus
durch zahlreiche Autoren gezeigt.
Mehrere Forscher betonen die Notwendigkeit von künstlichem Ausgleich
durch saisonbedingten Ultraviolett-Mangel in der natürlichen Umgebung.
Die Suche nach vereinfachten Methoden für die wirksame Behandlung
von Kindern ist besonders wichtig. Die Entwicklung von Etythema Ultraviolett
Lampen (EUV) durch sowjetische Wissenschaftler hat eine weit verbreitete
Anwendung dieser Lichtquelle erlaubt, welche einen günstigen Einfluss
auf die Gesundheit und die physische Entwicklung von Schulkindern hat.
Die Anwendungsmöglichkeiten von ELV Lampen, um die Lernfähigkeit
von Schulkindern zu verbessern, wurde jedoch nicht genügend untersucht.
Um den normalen Schulablauf nicht zu stören, ist es wichtig, die
Bestrahlung während der normalen Schulzeit durchzuführen. Zudem
sollten die Schüler in ihrer gewöhnlichen Haltung und 11%- l2%
der Körperfläche sollte den Strahlen ausgesetzt sein.
Unser Ziel war, eine dynamische Studie über die Wirkung dieser Strahlen
zu machen und dabei Resultate zu erhalten welche wissenschaftlich annehmbar
sind und auf zahlreichen objektiven Angaben basieren. Die Arbeit wurde
in der Internatsschule 62 während der akademischen Jahre 1963 - 1964
in den Klassen 6a (1963) und 7a (1964) durchgeführt. Parallele Klassen
6b und 7b wurden als Vergleichsobjekte benützt. Alle hygienischen
Bedingungen während der Klassenzeit und der Zeit nachher die die
Schüler im Internat verbrachten, wurden angemessen vereinheitlicht.
Während der Studie wurden auch die Lichtbedingungen übereingestimmt.
Die Zimmer lagen Seite an Seite und waren derselben Außenseite gerichtet.
Sie waren auch eingerichtet mit derselben fluoreszenzen Beleuchtung und
über Arbeitsplätzen und der Wandtafel verteilt, wie es der hygienische
Standard vorschrieb. Die Beleuchtung wurde auch unter den gleichen Bedingungen
nutzbar gemacht.
In den Versuchsklassen waren 9 EUV- 15 Lampen** befestigt, parallel zu
den Fluoreszenzlampen, die zur Beleuchtung dienten. Zeit und Menge der
Bestrahlung wurden so gewählt, dass die totale tägliche Dosierung
1/10 bis 1/8 der biologischer Dosierung betrug, wie in den provisorischen
Regeln von 1957 sowie den Empfehlungen von 1964 der Akademie der medizinischen
Wissenschaften der UDSSR vorgeschrieben.
Wir begannen die Bestrahlung mit 1/10 der biologischen Dosis und erhöhten
sie dann auf 1/8. Diese Dosierungen wurden auf Basis etablierter Daten
über Herbst- und Frühlingsbestrahlung in Leningrad ausgewählt.
Die prophylaktische Bestrahlung begann in den Versuchsklassen im April
1963 und wurde im Oktober 1963 bis Ende März 1964 fortgesetzt.
Folgende Instrumente wurden zur Messung der Lernfähigkeit ausgewählt.
Dauer der latenten Periode der Reaktionszeit auf weißes und rotes
Licht sowie den Schall bestimmt durch einen Reflektormeter Typ RF 1-55,
konstruiert durch das Versuchslabor des Kirov Institutes für Medizinbildung
in Leningrad. Die relative Sichtbarkeit wurde durch polarisierende binokulare
Sichtmeter in Übereinstimmung mit L.L. Dashtrevich bestimmt. Die
Stabilität des klaren Sichtvermögens wurde durch die ,,Ferri-Methode",
verbessert durch D.A. Zilber und N.M. Danstig, bestimmt. Das totale Arbeitsergebnis,
ausgeführt in einer spezifischen Zeit, wurde durch die Korrekturmethode
in Anwendung der ,,Anfimov-Tabellen" gemessen.
Reaktionszeit, relative Sicht und Stabilität des klaren Sehvermögens
wurden in den Versuchs- und Vergleichsklasse Gruppen von 10 Schülern
gemessen, während alle Klassenanwesenden durch die Korrektur-Methode
geprüft wurden.
Angaben wurden Dienstags und Freitags in Versuchs- und Vergleichsklassen
bestimmt, jeweils vor Beginn der ersten Schulperiode und am Ende der letzten.
27 Gruppen und 7263 individuelle Beobachtungen wurden im Ganzen durchgeführt.
Alle Mitglieder der Versuchs- und Vergleichsklassen waren unter spezieller
medizinischer Aufsicht und wurden systematisch durch Pediaten, einen Rheumatologen,
einen Ophtalmologen sowie einen Neurologen und anderen Spezialisten untersucht.
Klinische Studien des Blutes und anthropometrische Messungen wurden während
der Beobachtungsperiode 4 Mal durchgeführt. Auch wurde der akademische
Stand der beiden Klassen berücksichtigt, um den endgültigen
Resultaten zuzustimmen.
Die Skizzen 1, 2 und 3 zeigen die Resultate. Ein Vergleich der Reaktionszeit
aller angewandten Reize zeigt substantielle Differenzen zwischen den bestrahlten
und unbestrahlten Schülern. Systematische Bestrahlung verkürzt
die Reaktionszeit und verbessert die Lernfähigkeit. Ein anderer Unterschied
besteht in den Kurven der Reaktionszeit. Am Ende des Schultages sind sie
in allen bestrahlten Fällen etwas niedriger als etwa am Anfang. In
den Vergleichsklassen stimmen diese Kurven jedoch vollständig überein
oder waren am Ende des Schultages sogar eher etwas höher.
Man kann somit daraus schließen, dass UV-Strahlen das Niveau der
Lernfähigkeit und der Widerstandskraft was Müdigkeit betrifft
erhöht.
Es muss erwähnt werden, dass die Studie dieser Angaben mit Hilfe
des Dashkevich-Instrumentes an Schulkindern von 13 bis 14 Jahren erheblich
Schwierigkeiten mit sich bringt, und es bestehen zum Teil große
Abweichungen in den individuellen Daten. Wir erhielten persönlichere
Resultate bei unserer Studie über die Stabilität des Sehvermögens.
Es ist bekannt, dass der Versuch visuelle Arbeitskapazität zu charakterisieren
eines der empfindlichsten Kriterien darstellt. Auf der Tabelle ist klar
ersichtlich, dass die Unterschiede zwischen den beiden Gruppen statistisch
sehr bezeichnend sind (P = 0.001) beide am Anfang und am Ende des Schultages.
Die Stabilität des Sehvermögens war bei 74% der bestrahlten
Kinder am Ende des Schultages entweder größer oder unverändert.
Dies charakterisiert die große visuelle Arbeitsfähigkeit dieser
Kinder. In 53.9% der Vergleichsklassen war die Stabilität des Sehvermögens
am Ende des Schultages jedoch schwächer. Die Schüler der Vergleichsklassen
hatten eine größere Anzahl von Schreibfehlern als jene der
Versuchsklassen. Die Vergleichsschüler machten mehr Schreib- und
Unterlassungsfehler, einige davon sogar zweimal so viele.
Wir bemerkten auch gewisse Unterschiede der anthropometrischen Daten zwischen
Bestrahlten - und Vergleichsgruppen.
Die Mitglieder der Versuchsklassen nahmen schneller zu und wuchsen auch
schneller als diejenigen der Vergleichsklasse.
Die anthropometrischen Messungen verlangten trotzdem noch weitere Verfeinerungen.
Analysen des akademischen Standes zeigten, dass im 1., 2. und 3. Quartal
des Schuljahres 1963 - 1964 267 Kandidaten mit ausgezeichnet, 246 mit
mittelmäßig 323 mittelmäßig und 5 ungenügend
waren. Es bestand kein Unterschied zwischen den beiden Klassen in der
Note gut.
Schlussfolgerung
Unsere Daten erlauben gewisse Schlussfolgerungen: Systematische Bestrahlung
durch EUV-Lampen in angewandter Dosierung (gemäß Instruktionen
der Akademie medizinischer Wissenschaften in der UDSSR) ergaben zweifellos
eine günstige Wirkung, dargestellt in einer Anzahl vorteilhafter
Verschiebungen. Die bestrahlten Schüler zeigten eine kürzere
Reaktionszeit für Licht und Schall, eine niedrigere Ermüdbarkeit
der Sehempfindlichkeit und verbesserte Arbeitskapazität. Die Verbesserung
des akademischen Standes in der Versuchsklasse stellt wahrscheinlich auch
in Verbindung mit diesen vorteilhaften Verschiebungen. All dies liefert
Gründe für weitgehende Empfehlung der Bestrahlung von Schulkindern
durch EUV-Lampen während Jahreszeiten mit verminderter, natürlicher
Bestrahlung. Die Bestrahlung kann angewandt werden, ohne das übliche
Programm der Schulaktivitäten zu stören.
*) Hautbräunung (Höhensonnenlampen)
**) Bei diesen sowjetischen Versuchen wurden herkömmliche Leuchtstoffröhren
mit UV-Licht ergänzt (in allgemeiner Praxis aber kaum durchführbar).
Es wurde dabei aber noch nicht das vollständige Tageslichtspektrum
erreicht. Trotzdem wurden bereits hervorragende Leistunqsverbesserunqen
(rund 25 %) erzielt - bei etwa 5-stündiger Lernzeit pro Tag; bei
8-9-stündiger Arbeitszeit sind die Leistungsverbesserunqen noch besser!
Anmerkung
Ein bemerkenswertes Ergebnis dieser Untersuchungen ist, dass nach Ablauf
des Lerntages die Reaktionszeiten. die Ermüdungswerte und die. Sehleistung
bei den Schülern mit UV-Lichtanteilen noch erheblich besser waren,
als. zu Beginn des Lerntages. Dieselben Ergebnisse ergaben sich auch in
der Langzeituntersuchung. Bei den Vergleichsklassen (ohne UV) hingegen
waren die Werte sogar schlechter als zu Beginn des Lerntages.
Auch diese Untersuchungen brachten den Beweis, dass UV Lichtanteile die
Arbeitsleistung und des Sehvermögen nicht nur erhalten (oder zurückbringen),
sondern sogar steigern (auch über lange Zeiträume anhaltend.
Herkömmliche Leuchtstoffröhren brachten auch hier wieder den
Beweis für einen Leistungsabfall und verschlechterte Sehleistungen.
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"Wirkungen von Strahlen durch Ultraviolett Erythema*) Lampen
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