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Eine humanere Beleuchtung in der Schule.
Eine psychologische Untersuchung von Philip C. Hughes
Die Schulverwaltungen geraten heute in ein immer größer werdendes
Dilemma. Sie werden von den Steuerzahlern beauftragt, die Qualität
der Schulhäuser zu vergrößern, die Wirkungsspezifität
zu erhöhen, ohne jedoch Mehrausgaben zu erzielen.
Einer der wichtigsten Faktoren der Schulhauseinrichtung ist die Beleuchtung.
Glücklicherweise gibt es durch die Wahl des richtigen Materials die
Möglichkeit, die Lichtqualität zu erhöhen und gleichzeitig
die Kosten zu senken. Trotzdem wird oft nicht darauf geachtet, das passende
Material zu verwenden oder die Montage ist falsch, bzw. nicht optimal,
weil den Planungsbehörden von Schulhäusern die neuesten Informationen
fehlen. Diese Tatsache trifft vor allem für die Bedeutung zu, dass
die Qualität des verwendeten künstlichen Lichtes im Verhältnis
zur reinen Lichtquantität für humanere Verhältnisse wesentlich
wichtiger ist.
Der Praktiker scheint verfangen in der schwarz/weiß Welt der farblosen
Erscheinungen, wo natürlicherweise der Schwerpunkt in der Lichtquantität
liegt. Vernachlässigt wird hierbei, dass Licht mehr auslöst
als nur die Fähigkeit zu sehen, nämlich in seiner Wirkung auf
den visuellen Teil des Gehirns. Licht beeinflusst direkt die Nerven des
Gehirns und die Psyche des Menschen.
Neueste wissenschaftliche Untersuchungen, ergänzt durch die Besorgnis
der Behörden, lässt das Bewusstsein auch bei Schulplanern wachsen,
dass der Innenbeleuchtung gerade für Schüler und Lehrer größte
Bedeutung zukommt. Es ist erwiesen, dass ein Vollspektrumlicht direkten,
positiven Einfluss auf die Produktivität und Lernfähigkeit der
Schüler und Lehrer hat. Viele Schulen brauchen schon Licht, welches
das volle sichtbare und ultraviolette Spektrum vom natürlichen Sonnenlicht
ausstrahlt. Solches Licht, mit seinem optimalen Farbverhalten, steigert
die Sehfähigkeit, reduziert die Müdigkeit der Schüler und
erhöht dadurch nachgewiesenermaßen den Komfort und die Gesundheit
des Einzelnen, der unter diesem Einfluss arbeiten muss.
Es ist die Absicht dieser Publikation, den Einfluss von reproduziertem
Licht auf den menschlichen Organismus darzustellen und dabei der Situation
des Schülers besondere Beachtung zu schenken. Erkenntnisse von der
Anwendung von vollspektralen Fluoreszenzröhren in Schulhäusern
sollen untersucht und dargestellt werden.
Seit der Morgenröte der Prähistorie hat sich die Menschheit
mit der Sonne und ihren Leben spendenden Strahlen beschäftigt. Die
Menschheit entwickelte sich nach dieser speziellen Sonne und richtete
ihre inneren körperlichen Funktionen und das Verhalten nach dem einzigartigen
Spektrum der ultravioletten und sichtbaren Strahlen des vollen Sonnenspektrums.
Trotzdem ist seit vielen Jahren die Bedeutung des Sonnenlichtes für
eine umfassende Gesundheit fast gänzlich ignoriert worden. Glücklicherweise
wird international der großen Wichtigkeit des Sonnenlichtes und
dessen positiver Einwirkung auf den lebenden Organismus mehr und mehr
Aufmerksamkeit geschenkt.
Die Folgen für die Beleuchtungswissenschaft und deren Beziehungen,
den Bedürfnissen bezüglich künstlichem Licht der Studenten
und Schüler nachzukommen, sind groß.
Die Weltgesundheitsorganisation in Zusammenarbeit mit der UNO hat kürzlich
Kriterien und Richtlinien veröffentlicht betreffend dem wohltuenden
Einfluss des Sonnenlichtes: ,,Der prophylaktische Gebrauch von UV Strahlen
hat sich als sehr effektiv erwiesen, speziell bei Industriearbeitern und
Schulkindern, denen natürliches Tageslicht fehlt."
Vollspektrales Licht
Vollspektrales Licht entspricht dem ausgewogenen ultravioletten und
sichtbaren Spektrum der Sonne und des Himmels auf der Erdoberfläche.
Sonnenlicht ist relativ stabil in der proportionalen Energiemenge im nahen
UV-Bereich (UVA, 320 - 380 nm) und im sichtbaren Teil des Spektrums. Die
mittleren ultravioletten Regionen (UVB, 290 - 320 nm) sind variabler,
da sie empfindlicher reagieren auf den Einstrahlungswinkel der Sonne,
sind aber in den meisten Tageslichtstunden gegenwärtig.
Natürliches Sonnenlicht bewegt sich meistens in den sich abwechselnden
Farbtemperaturbereichen von 5500 K bis 6800 K, wobei 5500 K denjenigen
Wert darstellt, wenn die Sonne bei klarem Himmel einen Winkel zum Horizont
von 90 Grad hat. Die meisten künstlichen Lichtquellen, darunter auch
COOL WHITE - Fluoreszenzlampen und Glühbirnen bewegen sich außerhalb
dieses für die Umwelt wichtigen Bereichs.
Es sollte verstanden werden, dass es heute schwierig ist, in der Nähe
von Städten eine natürliche Menge des vollen Sonnenspektrums
zu bekommen, da die fortschreitende Luftverschmutzung selektiv gewisse
Spektralbereiche intensiviert bzw. unterbricht. Wenn es schon für
gewisse Personen schwierig ist, natürliches, ungefiltertes Licht
zu bekommen, so wird diese Tatsache bei Studenten noch wesentlich verschärft.
Durch die sich immer weiterentwickelnde Technologie wird diese Gruppe
zu immer größerer Innenraumtätigkeit gezwungen.
Als die Menschen begannen, sich mehr nach innen zu orientieren, einerseits,
um den Umwelteinflüssen zu entkommen, andererseits, um länger
arbeiten zu können, waren sie gezwungen, die Vorteile des natürlichen
Sonnenlichtes aufzugeben und künstliches Licht einzusetzen, welches
in vielen Bereichen vom natürlichen Licht abweicht. Sehr oft waren
Krankheiten, Infektionen und mörderische Seuchen die Folge dieser
Bewegung nach innen.
Bereits um 1822 erkannte der polnische Mediziner Sniadecki die Wichtigkeit
des Sonnenlichts für die Heilung der Schwindsucht. Er empfahl für
alle Kinder, wenn die Eltern in der finanziellen Situation waren, dass
es das Beste ist, diese aufs Land zu bringen und sie so lange wie möglich
der trockenen, reinen Luft auszusetzen. Falls dies nicht durchführbar
war, sollten sie wenigstens so oft es ging dem direkten Sonnenschein ausgesetzt
werden, was als die beste Heilungsmethode für diese Art von Krankheit
angesehen wurde. Dies ein klarer Beweis für den direkten positiven
Einfluss, den natürliches Sonnenlicht hat.
Die biologischen Auswirkungen eines Vollspektrumlichtes
Die Möglichkeit, dass das Auge die Umwelt erkennt, ist nur eine
Funktion, die Licht für den menschlichen Organismus ausführt.
Licht hat auch wichtige Auswirkungen, die durch die Augen vermittelt werden.
Zusammen mit Luft, Essen und Wasser ist Licht der bedeutendste Faktor
für das menschliche Leben. Es ist ein Nahrungsmittel für
den Körper, das diesem erlaubt, gesund und normal zu wachsen. So
ist zum Beispiel eine der bekanntesten biologischen Tatsachen, dass das
Sonnenlicht in der Haut für die Produktion von Vitamin D verantwortlich
ist. Dieses Vitamin, effektiv ein Hormon wegen der aktiven steroiden Struktur,
ist die Voraussetzung für eine normale innere Absorption von Kalzium
und Phosphor und für eine normale Mineralisation der Knochen. Vollwertiges
Tageslicht ist die Grundlage für das Wachstum und einen starken Knochenbau
bei jungen Leuten sowie die Entwicklung der Abwehrstoffe gegen Krankheiten.
Auch bei Erwachsenen ist Sonnenlicht die Grundlage für ein normales
Funktionieren biologischer Effekte. Abhängig davon sind Stress- und
Müdigkeitsgefühle, Herzrhythmus, Nervensystem, Sexualverhalten,
d.h. unsere komplette innere biologische Uhr.
Die positiven Auswirkungen von Licht waren und sind immer noch abhängig
vom kompletten Spektrum des natürlichen Sonnenlichtes. Verschiedene
physiologische Funktionen reagieren speziell auf spezifische Spektrums-Regionen,
währenddem wiederum das komplette Spektrum eine vitale synergetische
Rolle bei der Optimierung der menschlichen Funktionen hat.
Direkte Auswirkungen von Licht
Das unmittelbar betroffene Organ ist die Haut, wo unter dem Einfluss
von Licht sich direkte Auswirkungen ergeben. Erythema (bzw. Rothaut) ist
als Zivilisationskrankheit bekannt geworden, da sie sehr wenig bei primitiven
Völkern vorkommt, die regelmäßig Sonnenlicht ausgesetzt
sind.
Währenddem eine zu intensive Bestrahlung vermieden werden muss, so
sagt z.B. Dantzig et al. ganz klar: ,,Wenn die menschliche Haut während
längerer Zeit nicht der Sonnenbestrahlung ausgesetzt wird, ergeben
sich Störungen im physiologischen Gleichgewicht des menschlichen
Systems".
Eine Defizienz von Sonnenlicht ist besonders ausgeprägt bei den Völkern
des hohen Nordens sowie bei Minenarbeitern oder bei denen, die in Häusern
ohne natürliches Licht arbeiten müssen. In einem gewissen Grade
gilt dies auch für die Bewohner großer Industriegebiete.
Die Tatsache, dass die Bestrahlung der Haut mit Vollspektrumlicht zur
Produktion von Vitamin D führt, ist heute generell anerkannt. Neer
hat aufgrund von Untersuchungen in fünf amerikanischen Städten
den direkten Beweis erbracht zwischen dem aktiven Vitamin-D-Stoffwechsel
im Blut und der Sonnenbestrahlung für Arbeiter in freier bzw. geschlossener
Umgebung. Er fand heraus, dass wesentliche Unterschiede bestehen, je nach
Art der Tätigkeit und der Jahreszeit. Die tiefsten Werte wurden für
Arbeiter in geschlossenen Räumen und in der Winterzeit gemessen.
Glücklicherweise müssen wir nicht mehr zwischen einer Innen-
bzw. Außentätigkeit wählen, um zu wenig oder genügend
vollspektrales Licht zu erhalten. Die Möglichkeit, heute auch in
Innenräumen vollspektrales Licht zu stimulieren, nimmt uns diese
Gewissensfrage ab. Die schlechten medizinischen Bedingungen, wie sie in
vielen Schulen unter den gewöhnlichen ,cool white’ Fluoreszenzröhren
oder dem Glühlampenlicht vorkommen, gehören dann der Vergangenheit
an.
Indirekte Auswirkungen
Wartmann fasst die nichtvisuellen indirekten Auswirkungen von Licht
auf den biologischen Prozess zusammen. Diese indirekten Auswirkungen werden
teilweise durch die Sehbahnen des Auges vermittelt. Es resultieren die
verschiedensten Auswirkungen, wie die normale Erhaltung des biologischen
Rhythmus, des Hormonhaushaltes und dem normalen Wachstum und Funktion
der inneren Organe.
So wurde in Untersuchungen bewiesen, dass, wenn das Umgebungslicht nicht
dem normalen Tageslicht entspricht, dies z.B. bei Vögeln innert fünfzig
Tagen die physiologische Struktur der Tiere veränderte. Bei Ratten
wurde ein eindeutig verlangsamtes Wachstum der inneren Organe festgestellt,
wenn sie unter dem gewöhnlichen ,cool white’ Fluoreszenz-Licht
von Anfang an leben mussten, verglichen mit denjenigen, die unter einem
Vollspektrumlicht aufwuchsen.
Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Qualität des Lichtes,
d.h. seine spektrale Zusammensetzung, direkt verantwortlich ist für
das normale Wachstum und Funktionieren beim Menschen.
Eine Anzahl russischer Untersuchungen, die leider bisher in unserem Land
zu wenig Beachtung gefunden haben, zeigen, dass Vollspektrumlicht generell
die Gesundheit und die Immunität fördert. Die praktische
Anwendung dieses Lichtes in den sowjetischen Schulen haben die Untersuchungsergebnisse
bestätigt.
Kürzliche Untersuchungen am österreichischen Institut für
Sportmedizin und der Cornell Universität durch Maas haben erneut
eindeutig die positiven. Auswirkungen, d.h. die grundsätzliche Wichtigkeit
von einer genügenden Menge von vollspektralem Sonnenlicht bestätigt.
Nachdem der Mensch heute sich immer mehr in geschlossenen Räumen
aufhält, dies gilt besonders für Schüler und Studenten,
müssen diese Erkenntnisse bereits bei der Planung und dem Bau von
neuen Schulhäusern berücksichtigt werden.
Schlussfolgerung
Die Grundsatzfrage, die die Schulbehörden und -planer beantworten
müssen, ist die, ob die Anwendung von simuliertem Sonnenlicht in
der generellen Beleuchtung von Schulhäusern eine grundsätzliche
Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen mit sich bringt. Ob dieses
Licht hilft, die Arbeitsqualität und -quantität zu steigern?
Wenn die Antwort ja ist, muss das Vollspektrumlicht eine Standardausrüstung
jeder Schule werden.
Der Autor glaubt, dass heute genügend wissenschaftliche und praktische
Resultate vorliegen, um diese Frage zu bejahen. Der Autor kennt keine
Daten, die diesen Ergebnissen widersprechen. Falls stimuliertes Vollspektrumlicht
die Müdigkeit unter Studenten nur um ein Prozent reduziert und Stressgefühle
abbauen hilft, so wagen wir nicht, dieses Anrecht den Schülern zu
verneinen. Das Resultat kann eine produktivere, zufriedenere Person sein.
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