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Herbstdepression: Gefahr auch am Arbeitsplatz.
Trübe Tage, trübe Stimmung: Wenn die kühle Jahreszeit
naht, legen sich Dunkelheit und feuchtkalte Luft bei vielen aufs Gemüt:
Herbstdepressionen.
SAD, die “Saisonal Abhängige Depression”, mindert nicht
nur die Lebensqualität, sondern kann auch eine Gefahr am Arbeitsplatz
bedeuten. Rund 13 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa leiden
unter leichter, vier Prozent unter schwerer SAD, so eine Studie der Universität
Wien. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
(BGW) beobachtet seit Jahren eine Zunahme der Arbeitsunfälle im Herbst.
So lag der November mit 6.469 Arbeits- und Wegeunfällen im Jahr 1999
zum Beispiel deutlich über dem Wonnemonat Mai mit 5.083 Unfällen.
“Von den Arbeitsunfällen im Herbst und Winter ist natürlich
ein Teil auf schlechte Wetter- und Sichtverhältnisse zurückzuführen”,
erklärt BGW-Experte Jörg Schmengler. “Doch ohne Zweifel
spielen auch psychische Faktoren eine Rolle. Antriebslosigkeit, Müdigkeit
und Konzentrationsstörungen sind in der dunklen Jahreszeit häufig
Ursache von Arbeitsunfällen.”
Im Unterschied zur “klassischen” Depression weist die saisonal
bedingte zum Teil ganz andere Symptome auf. Während Menschen mit
dauerhaften Depressionen oft an Schlafstörungen leiden, haben SAD-Patienten
ein verstärktes Schlafbedürfnis. Dennoch bringt der übermäßige
Schlaf – mitunter zehn bis zwölf Stunden – keine Erholung.
Müdigkeit und Energieabnahme setzen am Nachmittag, noch während
des Arbeitstages ein, was sich auf die Unfallgefahr am Arbeitsplatz negativ
auswirkt. Als Hauptursache für SAD ist inzwischen der Mangel an natürlichem
Sonnenlicht anerkannt. Fehlt dieses, kommt es zur Überproduktion
des Hormons Melatonin, das eigentlich nur nachts produziert wird und dämpfenden
Einfluss auf den Körper hat. Nacht- und Schichtarbeiter können
daher sogar ganzjährig von SAD betroffen sein. In den skandinavischen
Ländern mit ihrer monatelangen Polarnacht, aber auch zunehmend bei
uns, wird Lichttherapie eingesetzt: täglich 45 Minuten unter Tageslichtlampen
mit bis zu 10.000 Lux führen meist zu rascher Besserung. Doch bereits
im Alltag und am Arbeitsplatz könnte vorgebeugt werden: durch richtige
Beleuchtung. Natürlichem Sonnenlicht sehr nahe kommen Vollspektrumlampen.
Wer sie einbaut, holt sich 96 Prozent des Spektrums von Sommersonnenlicht
ins Haus oder Büro – und das mitten im trübsten Herbst.
Tipps gegen das Herbst-Tief
- Bewegung und frische Luft bringen auf Trab – auch bei Schmuddelwetter!
Stubenhocken macht trübsinnig.
- Bekämpfen Sie Ihre Unlust nicht mit Schokolade. Achten Sie auf
vitaminreiche Kost wie Obst und Gemüse.
- Pflanzliche Präparate, z.B. Johanniskraut, können Sport
und Ernährung unterstützen und zur Stimmungsaufhellung beitragen.
- Bei deutlichen Anzeichen von SAD sollten Sie sich beim Arzt oder
Psychologen nach den Möglichkeiten einer Lichttherapie erkundigen.
- Rüsten Sie auf Vollspektrumlicht um. Regen Sie dies auch an
Ihrer Arbeitsstelle an.
Quelle: BGW
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"Herbstdepression: Gefahr auch am Arbeitsplatz." |
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